Agaporniden (Unzertrennliche)


Die Unzertrennlichen (Agapornis) sind eine Gattung von kleinen afrikanischen Papageien, die zu den Eigentlichen Papageien (Psittacidae) und zur Unterfamilie der Edelpapageien (Psittaculinae) gehört. Ihr Name rührt von ihrer sehr starken Paarbindung her, die normalerweise ein Leben lang andauert. Ihr extremes Paarverhalten (Kuscheln, Pflegen usw.) hat ihnen auch den Namen „Liebesvögel“ eingebracht (besonders verbreitet im englischsprachigen Raum, „Lovebirds“
Unzertrennliche kommen wild im tropischen Afrika vor. Sie zählen gemeinsam mit den Langflügelpapageien und den auf Madagaskar endemisch vorkommenden Vasapapageien zu den typischen Papageienvertretern der Afrotropis. Sie fehlen aber weitgehend in den trockenen Gebieten der Sahelzone und der Kalahari ebenso wie im Großteil der Republik Südafrika. Eine Art, das Grauköpfchen (A. canus), ist auf Madagaskar endemisch.
Die Vögel sind zwischen 13 und 18 cm lang und etwa 50 g schwer. Das Gefieder ist überwiegend grün oder gelbgrün. Bei allen Arten außer dem Grünköpfchen (A. swindernianus) sind der Kopf und oft auch die Brust auffällig farbig. Diese Färbung gibt den meisten Arten den Namen. Das Grünköpfchen weist dafür einen schwarzen Nackenring auf. Bei einigen Arten sind Oberschwanzdecken und Bürzel blau. Einige der Arten (Ruß-, Erdbeer-, Pfirsich- und Schwarzköpfchen) haben einen auffälligen weißen Augenring. Bei diesen Arten gibt es kaum geschlechtsspezifische Unterschiede (wie auch beim Rosen- und Grünköpfchen), bei den anderen Arten ist die optische Geschlechtsbestimmung möglich.

Unzertrennliche bilden monogame Paare. Diese benutzen gemeinsam eine Schlafhöhle, pflegen sich gegenseitig das Kopfgefieder und füttern sich. Die Paarbindung bleibt meistens bis zum Tod eines Partners aufrecht. Stirbt ein Partner, sucht sich der Überlebende sofort einen neuen Partner. Bei Weibchenüberschuss in einer Population kann es vorkommen, dass zwei Weibchen sich vorübergehend ein Männchen teilen, wenn sie dabei auch verschiedene Bruthöhlen zur Aufzucht des Nachwuchses benutzen. Bei Männchenüberschuss in einer Population bleiben einige Männchen zunächst alleine und gehen erst eine Paarung ein, wenn ein anderes, verpaartes Männchen verstorben ist. Während der Aufzucht der Jungen füttert das Weibchen die Nestlinge nach dem Schlüpfen zunächst sechs Wochen lang. Dabei wird es vom Männchen mit Futter versorgt. Nachdem die Jungen das Nest verlassen haben, füttert das Männchen sie zwei weitere Wochen. Das Weibchen kann direkt nach dem Verlassen der Jungen bereits eine neue Brut beginnen.


Pfirsichköpfchen (Agapornis fischeri)  
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Pfirsichköpfchen erreichen eine Körperlänge bis zu 14 Zentimeter. Männchen wiegen 49 Gramm. Die Weibchen werden mit durchschnittlich 53 Gramm etwas schwerer. Die Art weist äußerlich keine eindeutigen Merkmale auf, die eine Geschlechtsbestimmung zuließe. Die Grundfarbe des Körpergefieders ist grün. Stirn, Wangen und Kehle sind dagegen orangerot gefärbt. Die Vorderbrust sowie der Halsbeginn sind dagegen gelb. Die äußeren Schwanzfedern haben blaue Spitzen. Auch der Bürzel sowie die Oberschwanzdecke sind blau gefärbt. Der Schnabel ist leuchtend rot. Die Augen sind von einem weißen, unbefiederten Ring umgeben. Der Flug ist sehr schnell. Er ist begleitet von lauten Rufen, die die Papageien in schneller Folge von sich geben.

Pfirsichköpfchen besiedeln eine verhältnismäßig kleine Region in Tansania. Sie leben im Süden und Südosten des Viktoriasees sowie auf den Inseln im Viktoriasee. 50 Kilometer weiter nördlich beginnt das Verbreitungsgebiet der Schwarzköpfchen. Natürliche Vegetationsperioden verhindern eine Hybridisierung der beiden Arten. Pfirsichköpfchen wurden außerdem in den Regionen um Daressalam und Tanga sowie in der Nähe von Mombasa, Nairobi, Naivasha und Isiola eingebürgert.

Der Lebensraum der Pfirsichköpfchen sind die Inlandplateaus dieser Region. Diese Savannengebiete in einer Höhenlage zwischen 1100 und 1700 Meter über Normalnull sind durch lange Trockenperioden gekennzeichnet. Der Brutbeginn der Pfirsichköpfchen ist abhängig vom Regenfall.

Pfirsichköpfchen fressen Samen, Früchte, Knospen, Beeren, frische Triebe sowie Grünpflanzen. Die Nahrung wird überwiegend am Boden aufgenommen. Während der Reifezeit von Mais- und Getreidefeldern decken sie häufig auch einen großen Teil ihres Nahrungsbedarfs auf landwirtschaftlichen Anbauflächen.

Pfirsichköpfchen zählen zu den Papageienarten, bei denen ein Balzverhalten erkennbar ist. Das Männchen und das Weibchen trippeln dabei auf dem Boden aufgeregt umher. Das Männchen fliegt dabei mehrfach auf, umfliegt das Weibchen halbkreisförmig und landet in der Nähe des Weibchens. Vom Männchen sind dabei klickende Balzlaute zu hören. Hastiges Kopfkratzen gehört ebenfalls zu den Balzhandlungen.

Das Weibchen signalisiert die Paarungsbereitschaft, indem es die Flügel ausbreitet und leicht aufwärts ausstellt. Der Kopf ist in den Nacken gelegt. Das Nest ist kobelförmig und besteht aus Zweigen, Rinde und anderen Pflanzenteilen, die vom Weibchen mit dem Schnabel eingetragen werden. Dies unterscheidet diese Art beispielsweise von den Rosenköpfchen und Bergpapageien, die das Nistmaterial, das sie eintragen, im Gefieder festklemmen.

Das Gelege besteht in der Regel aus vier bis sechs Eiern. Die Eier werden ausschließlich vom Weibchen bebrütet. Die Brutzeit beträgt zwischen 21 und 23 Tagen. Die Jungvögel sind anfangs fleischfarben und mit orangefarbenen Dunen bedeckt. Sie öffnen erstmals die Augen nach 10 bis 12 Tagen. Sie verbleiben etwa 45 bis 50 Tage im Nest. Weitere 14 Tage sind sie auf Fütterungen durch die Elternvögel angewiesen.

Die ersten Importe nach Europa gab es im Jahre 1926. Die erste Zucht gelang 1930 in Australien. Seitdem werden Pfirsichköpfchen häufig als Ziervogel gehalten. Pfirsichköpfchen wurden dabei in sehr großen Zahlen aus seinem Ursprungsgebiet exportiert. Der Durchschnitt exportierter Tiere lag zwischen 1982 und 1990 bei jährlich 56.481 Tieren. Die Bestandszahlen von Pfirsichköpfchen in ihrem Verbreitungsgebiet werden allerdings lediglich auf eine Population zwischen 300.000 und etwas mehr als einer Million geschätzt. Insgesamt wurde zwischen 1982 und 1992 in Länder mit einer CITES-Mitgliedschaft zwischen 644.500 und 711.000 Pfirsichköpfchen importiert. Diese Zahl enthält nicht illegale Exporte oder Exporte in Länder, in denen keine CITES-Kontrolle stattfindet.

Es ist daher davon auszugehen, dass diese Massenimporte einen nachhaltig negativen Einfluss auf die Bestandszahlen hatten. Diese Exporte fanden statt, obwohl die Art in menschlicher Obhut einigermaßen einfach nachzuzüchten ist. Der Papageienexperte Werner Lantermann vermutet als Ursache für diese hohen Exportzahlen, dass die europäischen Züchter sich auf die Heranzucht von Farbmutationen konzentrierten, für die auch zeitweise attraktive Preise zu erzielen waren. Da diese Farbmutationen aber lebensschwach waren und kleinwüchsig blieben, bestand gleichzeitig eine hohe Nachfrage nach wildfarbenen Pfirsichköpfchen. Seit 1992 ist der Handel mit wildgefangenen Pfirsichköpfchen verboten. Lantermann weist darauf hin, dass seit dem Verbot des Imports verstärkt auf eine Arterhaltung durch Zucht geachtet wird.


Rosenköpfchen (Agapornis roseicollis)  
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Die Körperlänge des Rosenköpfchens beträgt etwa 15 cm, es wiegt ausgewachsen 46 bis 63 g. Am Federkleid sind die Geschlechter nicht zu unterscheiden. Die Grundfärbung des Körpers ist ein pastellfarbenes Grün. Gesicht, Wangen und die Kehle sind bis zur Vorderbrust lachsrosa gefärbt. Die Oberschwanzdecken sowie der Bürzel heben sich vom übrigen Gefieder durch ihre leuchtend blaue Farbe ab. Der Schnabel der Rosenköpfchen ist hornfarben, ihre Iris dunkelbraun.

Rosenköpfchen existieren mittlerweile als Farbmutationen in vielen Farben. Es gibt kaum mehr reine Roseicollis. Das Jugendkleid weist ein verwascheneres und blasseres rosa und grün auf.

Das Verbreitungsgebiet des Rosenköpfchens ist das südwestliche Afrika, von der nördlichen Kapprovinz Südafrikas über Namibia und Botswana bis nach Angola. Im Nordwesten Angolas und südlichen Luanda wurde die Art im Quicama National Park eingeführt, ebenso gibt es verwilderte Bestände im nordamerikanischen Arizona bei Phoenix und Tucson.

Es kommt in Höhen bis zu 1500 m vor und bewohnt hier hauptsächlich trockene Waldflächen oder Halbwüsten, Steppen und Savannen mit lichtem Baumbestand. Ebenso werden Waldränder und Flussläufe sowie Gebiete in der Nähe von Ackerland bewohnt.

Es bewohnt in kleinen Gruppen von 5 bis 20 Vögeln die afrikanischen Trockengebiete. Wo ein reichliches Nahrungsangebot besteht oder eine Wasserquelle ist, können sich Schwärme versammeln, die Hunderte von Individuen zählen. Gegenüber anderen Vogelarten sind sie eher unverträglich.

Die Ernährung besteht hauptsächlich aus Samen von Gräsern, Sonnenblumenkernen, Hirse und Mais. In manchen Gegenden haben sie sich aber auch auf die Mäusejagd spezialisiert.

Ähnlich wie die zur selben Gattung gehörenden Bergpapageien verwenden auch die Rosenköpfchen eine ungewöhnliche Methode, das Nistmaterial zum Brutort zu tragen: Sie transportieren Zweige, Rinde und andere Pflanzenteile, indem sie sie im Gefieder festklemmen. Während Pfirsichköpfchen, Schwarzköpfchen und Erdbeerköpfchen ein kobelförmiges, geschlossenes Nest mit einem seitlichen Eingang bauen, baut das Rosenköpfchen lediglich eine becherförmige Unterlage. Ihre Nester legen sie meistens in Felsspalten an, oft auch zusammen mit dem Siedelsperling, oder unter Dächern niedriger Häuser.
In der Brutzeit von Februar bis März und von April bis Oktober werden in der Regel vier bis sechs Eier gelegt, die dann für ca. 21 bis 23 Tage alleine vom Weibchen bebrütet werden. Während der Brut wird dieses vom Männchen versorgt. Nach weiteren fünf bis sechs Wochen sind die Jungen dann flügge. Weitere 14 Tage später sind sie dann selbstständig.
Ihre Schreie klingen schrill und metallisch und wiederholen sich oft. Bei Nervosität erhöht sich die Frequenz der Schreie.


Schwarzköpfchen (Agapornis personatus)  
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Das Körpergefieder hat eine grüne Grundfärbung, das Gesicht und die Krone ist braun bis schwarz. Der Schnabel ist rot und die Iris ist von einem weißen breiten Augenring umgeben. Schwarzköpfchen haben im Unterschied zu den Rußköpfchen eine leuchtend gelb gefärbte Brust und Hals. Die Schwanzfedern sind grün und laufen zum ende hin in ein mattes blau aus. Jungtiere sind unscheinbarer gefärbt insbesondere ist der Kopf brauner. Schwarzköpfchen werden bis zu 15 cm groß. Die Männchen dieser Art wiegen 50 g. Die Weibchen sind mit 56 g etwas schwerer. Sie können zwischen 18 und 20 Jahre alt werden.

Das Verbreitungsgebiet des Schwarzköpfchens erstreckt sich auf Tansania und das südwestliche Sambesi sowie im südwestlichen Kenia. Schwarzköpfchen wurden außerdem in der Region um Nairobi und Daressalam eingebürgert.

Sie bewohnen Grassteppen mit vereinzeltem Baumbestand, der hauptsächlich aus Affenbrotbäumen und Akazien besteht. Man findet sie in Höhen von 1100 bis 1800 m.

Es sind sehr muntere Vögel, die sehr anhänglich und verspielt sind. Die Weibchen sind äußerst flink und reagieren auf andere Vögel oft aggressiv. Ebenso baden sie gern. In der Regel leben sie in kleinen Gruppen von 4-5 Tieren zusammen. Manchmal allerdings finden sich auch Schwärme von bis zu 100 Tieren zusammen.

Sie ernähren sich von Grassamen sowie Sorghumhirse

Schwarzköpfchen brüten in Kolonien in der Trockenzeit von März bis August. Sie bevorzugen Nisthöhlen in Astlöchern oder Mauernischen bauen aber auch Nester von Mauerseglern zu einem kobelförmigen Nest aus welches einen seitlichen Eingang hat. Das Nistmaterial wird durch das Weibchen mit dem Schnabel eingetragen. Dieses Verhalten unterscheidet diese Art vom Bergpapagei und vom Rosenköpfchen, die ihr Nistmaterial im Gefieder festklemmen, um es zur Nisthöhle zu bringen. Beide Partner sind am Nestbau beteiligt.

Es werden 4 selten 5 Eier oder mehr gelegt die dann 21-23 Tage lang bebrütet werden. Die Jungen kommen blind zur Welt und öffnen erst nach ca. 10 Tagen die Augen, nach ca. 43 Tagen sind dann die Jungen flügge.


Erdbeerköpfchen (Agapornis lilianae)  
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Erdbeerköpfchen sind sehr kleine Agaporniden mit nur ca. 12-13 cm Größe und einem Gewicht von 28-37 g. Der Kopf sowie der Hals sind lachsrosa was zur Brust ins gelb übergeht. Der Nacken ist ebenso gelb und geht zum Rücken hin ins grün über. Die Schwanzfedern sind ebenso grün allerdings mit seitlichen schwarzen Federn. Die Augen haben ein dunkles rot-braun und der Schnabel ist leuchtend rot. Männchen und Weibchen sind in der Gefiederfarbe gleich. Jungvögel haben einen weniger roten Kopf.

Sein Verbreitungsgebiet ist das südliche Tansania sowie das Grenzgebiet von Sambia und Simbabwe, im Nordwesten von Mosambik und Malawi. Hier bewohnen sie die feuchten Auwälder der Flussniederungen z. B. des Sambesi. In Höhen von 1000 m bewohnt er in der Provinz Mopani Akazienwälder auf Schwemmland und in Flusstälern.

Es sind sehr soziale Tiere die, außer in der Brutzeit, in großen Schwärmen von 20-100 Tieren und mehr, zusammen leben und ausgedehnte Wanderungen unternehmen. Sie bewohnen ebenso ganze Bäume gemeinsam und sind auch recht laut. Sie ernähren sich von Sorghumhirse, Grassamen, Kräuter, Blüten, Blätter und Blattknospen je nach Jahreszeit und richten damit mitunter große Schäden in der Landwirtschaft an.

Ihre Kolonien nisten hauptsächlich in Astlöchern hoher Bäume es werden aber auch Nester von Webervögeln hauptsächlich dem Büffelweber angenommen. Das Nistmaterial besteht aus kleinen Zweigen und Stroh. Die Brutzeit beginnt im Januar-Februar bis September in Simbabwe und in Sambia von Januar bis Juli. Es werden 3-8 Eier gelegt die für 21-22 Tage bebrütet werden. Nach ca. 35 Tagen sind die Jungen flügge.

Erdbeerköpfchen-Dilute:
2005 züchtete  das deutsche AZ-Mitglied Helmut Gölz (AZ Nr.: 46183) das erste fast rein gelbe Erdbeerköpfchen aus einem artenreinen, wildfarbigen Paar.


Rußköpfchen (Agapornis nigrigenis)  
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Rußköpfchen wurden lange als Unterart der Schwarzköpfchen angesehen. Sie sind mit 14 Zentimeter etwas kleiner als diese Art, ähneln ihr aber im übrigen Erscheinungsbild. Das Körpergefieder sowie der Schwanz ist grün, das Gesicht ist dunkelgrau und wird zum Nacken hin Olivfarbig. Die Stirn ist leicht rotbraun und die Brust leicht rosa. Das Kinn, die Kehle, die Wangen und die Handschwingen sind dunkelbraun. Die Augen sind dunkel mit einem weißen Augenring. Der Schnabel ist leuchtend rot. Männchen und Weibchen unterscheiden sich nicht.
Sie werden bis zu 20 Jahre alt.
Das Verbreitungsgebiet des Rußköpfchens ist stark begrenzt. Populationen gibt es nur im südlichen Kafue-Nationalpark, im Südwesten Sambias entlang des Sambesis bis zu den Victoriafällen und in Simbabwe. In Simbabwe sind sie möglicherweise bereits ausgestorben.
Sie bewohnen offenes Waldland, hauptsächlich Akazienwälder. Oft sind sie in feuchtwarmen, bewaldeten Flusstälern und Auenwäldern anzutreffen und in Gebieten mit Feigenbäumen. Sie sind darauf angewiesen, dass es in ihrem Lebensraum offene Wasserstellen gibt. In Trockenzeiten, wenn diese Wasserstellen trocken fallen, wandern die Vögel in großen Schwärmen ab. Sie kommen in Höhen von 600 bis 1000Meter vor.
Sie leben in Gruppen oder in kleinen Schwärmen von wenigen Dutzend Tieren.
Als Nahrung dienen überwiegend Grassamen sowie die kleinen Samen anderer Pflanzen. Während der Reifezeit von Mais, Getreide und Hirse fallen sie auch auf landwirtschaftlichen Anbauflächen ein, weswegen sie auch als Schädlinge gelten.
Das Weibchen baut das Nest aus Rinden und Blättern, die es im Schnabel transportiert. Das Nest wird selbst dann weitergebaut, wenn die Jungen geschlüpft sind.
Die Brutzeit ist November bis Dezember, dann werden drei bis fünf Eier gelegt, die dann ca. 24 Tage bebrütet werden. Die Jungen sind nach ca. sechs Wochen flügge.
Ihre Schreie klingen schrill in einer hohen Tonlage und folgen schnell aufeinander.
Sie gelten als eine bedrohte Art, da ihre Bestände gering sind und sie durch Habitatzerstörungen bedroht sind. Besonders nachteilig wirkt sich für diese Art der Rückgang von Oberflächengewässern aus. Anscheinend haben sich die Bestände nach massiven Wildfängen Anfang des 20. Jahrhunderts nie mehr richtig erholt.


Orangeköpfchen (Agapornis pullarius)  
Bild "Agapornidenarten:Orangekoepfchen.jpg"
Orangeköpfchen haben eine Körperlänge von etwa 14 bis 15 Zentimeter und wiegen 38 bis 43 Gramm. Die Grundfärbung des Körpergefieders ist ein lichtes Grün, das auf der Körperoberseite etwas dunkler ist. Die Stirn und das Gesicht sind orangerot befiedert. Der Bürzel hat eine kobaltblaue Farbe. Der obere Schwanz sowie die Unterschwanzdecken sind gelb. Die seitlichen Schwanzfedern sind an der Basis rot und die Spitzen schwarz-gelb gebändert. Die Geschlechter können daran unterschieden werden, dass die Männchen schwarze Unterflügeldecken haben, während diese bei den Weibchen grün sind. Grundsätzlich ist die orangerote Gesichtsfärbung beim Weibchen weniger stark ausgeprägt als beim Männchen.
Das Verbreitungsgebiet des Orangeköpfchens erstreckt sich auf West- und Zentralafrika von Guinea bis in den südlichen Sudan und Uganda nach Äthiopien sowie bis Angola. Ebenso gibt es Populationen auf der Insel Sao Tome.
Ihr Lebensraum sind sehr lichte Wälder sowie busch- und baumreiche Savannen der Tiefebene. Sie werden ihn Höhen von bis zu 1500 m, manchmal auch bis in 2000 m, gefunden.
Sie leben überwiegend als Paare oder in Gruppen von fünfzehn bis dreißig Vögeln zusammen.
Ihre Nahrung finden sie überwiegend am Boden. Grassamen sowie Früchte, Beeren und Knospen. Manchmal werden auch Insektenlarven genommen.
Die Weibchen bauen das Nest, welches sie mit Blättern, Gräsern und Samenschalen auslegen. Ihre Bruthöhle bauen sie überwiegend in Termitenbauten, die sich auf Bäumen befinden. Die Nutzung von Termitenbauten als Brutort ist innerhalb der Gattung der Unzertrennlichen ungewöhnlich. Mehrere Arten wie beispielsweise das Schwarzköpfchen und das Erdbeerköpfchen bauen kobelförmige Nester mit einem seitlichen Eingang. Der Bergpapagei und das Grauköpfchen bauen nur eine schlichte Nestunterlage. Das Rosenköpfchen dagegen brütet in einem becherförmig gebauten Nest.
In der Regenzeit werden bis zu 5 Eier gelegt, die dann ca. 24 Tage lang bebrütet werden. Nach 7 Wochen sind die Jungen flügge und verlassen das Nest.
Die Rufe sind schwach und hoch und wechseln zwischen einem Zwitschern und Trillern
Bis in die 1960er Jahre wurden Orangeköpfchen immer wieder als Ziervogel nach Europa importiert. Sie sind aber grundsätzlich schwierig zu haltende Vögel, die nur mit Mühe einzugewöhnen sind. Nachzuchten gelingen in der Regel nur erfahrenen Züchtern.


Grünköpfchen (Agapornis swindernianus)  
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Das Verbreitungsgebiet des Grünköpfchens erstreckt sich auf Liberia und Ghana, Kamerun, Gabun, die Zentralafrikanische Republik, den Kongo und das westliche Uganda. Der Lebensraum umfasst immergrüne Tieflandwälder. Die bevorzugte Nahrung der Grünköpfchen scheinen Feigen zu sein. Über die Nistgewohnheiten des Grünköpfchens ist im Unterschied zu den übrigen Arten der Unzertrennlichen nichts bekannt. Wegen dieser Nahrungsspezialisierung gehören Grünköpfchen zu den nur selten in menschlicher Obhut gepflegten Unzertrennlichen.


Grauköpfchen (Agapornis canus)  
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Das Männchen hat einen grauen Kopf, Hals und Nacken während die Brust helgrau ist. Der Rest des Gefieders ist grün. Die Handschwingen weisen eine schwarze Färbung auf und die Schwanzfedern haben einen schwarzen Streifen, der Flügelrand ist weiß. Das Weibchen ist vollkommen grün, nur das Gesicht ist grau durchzogen. Bei beiden ist der Schnabel hornfarben. Die Grauköpfchen zählen mit einer Größe vom 13-14cm und einem Gewicht von 25-28g zu den kleinsten innerhalb ihrer Gattung. Sie erreichen ein Alter von 10-20 Jahren.
Grauköpfchen sind als einzige Art nicht auf dem afrikanischen Festland, sondern auf Madagaskar und seinen umliegenden Inseln zu Hause. Sie leben an den Küsten und vereinzelt auf ein paar umliegenden Inseln. Bevorzugte Lenbensräume sind Graslandschaften mit Gebüschen, Waldränder und Kulturlandschaften wie Reisanbaugebiete in Höhen bis zu 1500m.
Während des Fluges und in der Dämmerung sind die Rufe schrill und metallisch. Aber auch ein leises klappern sowie schrille Alarmrufe sind zu hören.
Sie leben in Gruppen von bis zu 30 Tieren. Ihre Nahrung besteht aus Grassamen, Früchten und Reis.
Sie nisten in Baumhöhlen welches sie mit Gras- und Rindenteilen polstern. Im Zeitraum von November bis Dezember werden 2-5 Eier gelegt. Diese werden nur vom Weibchen 21 bis 23 Tagen bebrütet. Der Hahn ist für die Fütterung des Weibchens zuständig. Die Nestlingszeit beträgt 6 Wochen.
Die Population freilebender Grauköpfchen ist derzeit stabil; es werden kaum noch Tiere importiert, dafür aber nachgezogen, wobei die Nachzucht nicht ganz einfach ist.


Taranta (Agapornis taranta)  
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Die Körperlänge der Bergpapageien beträgt 16 bis 17 cm Zentimeter. Somit ist sie die größte Art der Agaporniden. Die Männchen wiegen durchschnittlich 44 Gramm, die Weibchen hingegen 53 Gramm. Bei beiden Geschlechtern ist die Grundfärbung des Körpergefieders ein Grün. Bergpapageien weisen im Körpergefieder ansonsten einen Geschlechtsdimorphismus auf. Nur beim Männchen kommen rote Federn vor. Bei ihm sind die Stirn, die Augenzügel sowie ein schmaler Ring um die Augen rot. Beim Weibchen fehlen jegliche rote Federn und sie weisen manchmal schwarze Flecken auf. Bei beiden Geschlechtern ist der Schnabel von leuchtend roter Farbe. Die Iris ist dunkelbraun. Die Schwungfedern sind an ihrer Unterseite schwarz.
Die Art kann zwischen 10 und 15 Jahre alt werden.
Das Verbreitungsgebiet der Bergpapageien erstreckt sich auf das Hochland Äthiopiens. Sie besiedeln dort die bewaldeten Plateaus in Höhenlagen zwischen 1300 und 3200 Meter über Normalnull.
An den Rändern immergrüner Bergwälder leben sie in Familien von drei bis acht Tieren. Bevorzugt werden die Kronen hoher Bäume, hier schlafen sie nachts gerne in Baumhöhlen. In tieferen Lagen bewohnen sie hauptsächlich grasbewachsene Savannen und Akazienwälder. Ebenso kommen sie in einigen städtischen Gebieten vor.
Während der Reifezeit der Feigen kommen sie in Grüppchen von bis zu 10 Tieren in die Täler. Sie nähern sich hierbei selten menschlichen Ansiedlungen. Die sonstige Nahrung besteht aus Samen, Beeren und Früchten, sie fressen aber auch Wacholderbeeren. Deswegen gelten sie auch manchmal als Schädling.
Bergpapageien haben eine ungewöhnliche Weise, Nistmaterial zum Brutort zu transportieren. Sie klemmen die Zweige, Rinden und andere Pflanzenteile im Gefieder fest. Während das Pfirsichköpfchen, Erdbeerköpfchen und die Schwarzköpfchen kobelförmige Nester mit einem seitlichen Eingang bauen, besteht beim Bergpapagei ähnlich wie beim Grauköpfchen das Nest nur aus einer Art Nestunterlage. Sie nisten einzeln in Astlöchern und sind an keine feste Brutzeit gebunden. In der Nisthöhle wird nur eine wenige Zentimeter hohe Schicht des Nistmaterials ausgelegt, auf der dann 3 bis 5, selten 6 Eier in eine Mulde gelegt werden. Das Weibchen brütet, während das Männchen es mit Nahrung versorgt, ca. 24 bis 25 Tage lang. Wenn die Jungen schlüpfen, besitzen sie einen weißen Flaum, der später dann durch einen grauen ersetzt wird. Nach ca. 6 bis 8 Wochen verlassen sie das Nest und sind dann schon vollständig flugtüchtig. Das Männchen versorgt sie nach dem Ausfliegen noch einige Wochen mit Nahrung.
Bergpapageien wurden erstmals zu Beginn des 19. Jahrhunderts als Ziervögel importiert. Bereits 1809 wurden erstmals in Österreich Bergpapageien in menschlicher Obhut gezüchtet. Nachzuchten sind danach nur unregelmäßig erfolgt. Bergpapageien gehören daher zu den selten in menschlicher Obhut gepflegten Vögeln.